Ein Blick auf die Entwicklung des Mode- und Lifestyle-Hubs in der HafenCity.
Vice President Innovation beim Ladenbauspezialist Wanzl
Veröffentlicht von Storefitting.com am 17.05.2024 04:24
Der Ladenbauspezialist Wanzl aus dem bayrischen Leipheim befindet sich auf dem Weg der strategischen Transformation. Was das im Detail für den wichtigen Bereich Innovation bedeutet und wie Innovationen bei Wanzl entstehen, erläutert Claudia Armbrüster, Vice President Innovation im Gespräch mit Storefitting.com.
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Claudia Armbrüster, Vice President Innovation beim Ladenbauspezialist Wanzl
Im Normalfall wird die Idee durch einen Mitarbeiter bei uns eingereicht und dann ist der erste Schritt, dass wir die Idee validieren. Wir prüfen Desirability, Viability, Feasibility und Wanzl Fit und entscheiden dann, was mit der Idee passiert. Wenn wir uns für die Umsetzung entscheiden, dann wird die Idee durch unsere Technische Entwicklung umgesetzt. Das heißt, es werden Konstruktionen gemacht, Software wird programmiert und im ganzen Verlauf testen wir mit Nutzern und aus technischer Sicht, bis wir ein Produkt haben, das bereit für den Markt ist.
Die Strukturierung ist kein Problem, wir haben einen Prozess und die verschiedenen Phasen sind klar definiert. Die Organisation ist deutlich herausfordernder. Haben wir die richtigen Mitarbeiter für die Themen? Haben die Mitarbeiter genug Kapazität? Wo finden wir Experten, die uns helfen können? Was machen wir allein und wo kooperieren wir mit anderen? Wie bekommen wir alle Köpfe an einen Tisch? Und wie entscheidet man sich für oder gegen die Umsetzung?
Ohne externe Partner und Kooperationen ist es aus meiner Sicht fast unmöglich innovative Produkte auf den Markt zu bringen. Die Welt wird immer komplexer und wir haben nicht alle Skills inhouse. Ein gutes Beispiel sind hier unsere KI- Anwendungen. Die Modelle müssen während der Entwicklung kontinuierlich optimiert werden und dazu arbeiten wir zum Beispiel mit dem Fraunhofer Institut zusammen.
Man muss neugierig sein und darf sich nicht vor Feedback fürchten. Eine gesunde Störrigkeit hilft auch, denn man muss oft für seine Ideen kämpfen und auch mal Durchhaltevermögen an den Tag legen. Kreativität ist wichtig, aber immer gepaart mit einem strukturierten Prozess, intern nennen wir das dann strukturiertes Chaos.
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Jetzt kostenlos registrieren!Wir denken uns immer wieder neue Formate aus, wie wir die ganze Firma einbinden können. Den November haben wir zum „NovImber“ – Ideen im November - gemacht und die Mitarbeiter hatten den ganzen November Zeit ihre Ideen bei uns einzureichen. Zusätzlich veranstalten wir Brainstorming Workshops zu ausgewählten Themen und alle Mitarbeiter haben die Möglichkeit sich freiwillig für die Teilnahme zu melden.
Kundenbedürfnisse sind ganz klar Prio Nummer 1. Wenn es kein Kundenbedürfnis, bzw. keinen Kundenschmerzpunkt gibt, dann gibt es auch keine Innovation. Markttrends helfen uns die vielversprechendsten Themen zu identifizieren und die richtigen Fragen zu stellen.
Kundenfeedback ist essenziell. Wir binden unsere Kunden und auch die Endkunden so früh wie möglich in den Entwicklungsprozess ein. Es fängt an mit PowerPoint Präsentationen, in denen wir die Ideen erklären und fragen, ob das Sinn macht, ob die Idee ein Problem löst und natürlich, ob es eine Bezahlbereitschaft gäbe. Im weitern Prozess testen wir dann Prototypen und Muster mit Endkunden und nur wenn das Kundenfeedback positiv ist, kommt ein Produkt in den Markt.
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Da es so unfassbar viele Trends gibt, ist das eine wirklich schwere Frage. Wir unterscheiden bei Wanzl ökonomische Trends, Konsumententrends, Technologietrends und regulatorische Trends. Aus meiner Sicht ist das Thema Regulatorik immens wichtig. Was dürfen wir, was dürfen wir nicht? DSGVO, Ladenöffnungszeiten, Treibhausgasemissionen, Verpackungsmüll und viele andere Themen sehe ich hier als Erfolgsfaktoren.
Mich inspirieren Pain Points. Was funktioniert nicht gut? Wo kann man etwas verbessern? Was stört den Kunden? Ich sehe mich als Problemlöserin und wenn etwas nicht gut funktioniert, ineffizient, anstrengend oder umständlich ist, dann ist das mein Ansatzpunkt. Wenn ich an Personen denke, dann ist da zum Beispiel Dieter Rams, dessen Ziele als Industriedesigner Klarheit der Form, Materialgerechtigkeit und einfache Bedienbarkeit waren. Oder auch moderne Künstler wie Eike König, die die Welt hinterfragen und durch ihre Kunstwerke mehr Fragen aufwerfen als Antworten geben. Und auch viele meiner früheren und heutigen Kollegen, mit denen ich Themen diskutiere, über Konzepte streite und dann im Team eine Lösung finde. Eins ist nämlich wichtig, innovativ kann man nur als Team sein. Die heutige Welt ist viel zu komplex, um allein im stillen Kämmerlein Probleme zu lösen.
Normalerweise fängt es mit einer Tasse Kaffee an. Wenn ich die morgens nicht habe, dann sieht es schlecht aus mit meiner Motivation. Und ich bin auch nicht diejenige, die all die neuen Ideen kreiert. Ich sammele Ideen ein, suche nach Problemen, die man lösen kann, höre unseren Kunden zu und versuche die richtige Umgebung zu schaffen, damit Ideen wachsen können. Generell motivieren mich Menschen. Interaktionen mit Menschen, Gespräche, Diskussionen, hitzige Auseinandersetzungen und das Lachen in den Gesichtern, wenn man gemeinsam Erfolge feiert.
Schlagworte Persönlichkeiten
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