Ein Blick auf die Entwicklung des Mode- und Lifestyle-Hubs in der HafenCity.
Wie lernt man konsequente Innovation?
Veröffentlicht von Storefitting.com am 10.05.2024 07:10
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Foto:Wanzl
Innovativ zu sein und es vor allem neben dem Tagesgeschäft zu bleiben, ist eine der größten Herausforderungen, denen sich moderne Firmen stellen müssen.
Der spannende Weg, den der Ladenbauspezialist Wanzl GmbH & Co. KGaA aus dem bayrischen Leipheim für sich gewählt hat, ist durchaus beeindruckend. Gerade dann, wenn man auf die eher traditionelle Vergangenheit des Unternehmens blickt.
Wenn Produkte oder Dienstleistungen oft über Jahre hinweg funktionieren, etabliert sind und vom Markt angenommen werden, versäumen es auch erfolgreiche Firmen schnell, sich den Bedürfnissen ihrer Kunden und den rasanten technischen Entwicklungen der globalen Märkte zu stellen.
Bei Wanzl steuert man dieser Gefahr mit Claudia Armbrüster (Vice President Innovation) und ihrem Team entgegen. Im Gespräch mit ihr und Jürgen Frank (Senior Vice President Markets & Solutions, Business Development Europe) wird schnell deutlich, dass es sich hierbei nicht um ein marketingtechnisches PR-Feigenblatt handelt, sondern um das klare Ziel, langfristig innovative Produkte und Services zu bieten. Auch arbeitet Wanzl an der stetigen Weiterentwicklung der eigenen Firmenkultur, die von über 4.600 Mitarbeitern an weltweit 11 internationalen Standorten und 27 Vertriebsniederlassungen geprägt wird.
Claudia Armbrüster, Innovationsbeauftragte bei Wanzl, kommt erfrischend ehrlich auf den Punkt. „Innovationen müssen nicht nur neu sein, sie müssen sich neben einem konkreten, relevanten Kundennutzen auch verkaufen lassen.“ Armbrüster ist promovierte Psychologin und hat den Schwerpunkt ihres Studiums auf den Fachbereich „Mensch-Maschine-Interaktion“ (MMI) gelegt. Vor ihrem Engagement bei Wanzl arbeitete sie unter anderem für die renommierte Unternehmensberatung Boston Consulting Group in der Sparte BCG Digital Ventures.
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Jetzt kostenlos registrieren!Bei Wanzl ist Claudia Armbrüster auch dafür verantwortlich, durch die interne Kommunikation und die Gestaltung neuer Prozesse die einzelnen Abteilungen weltweit für Innovationen zu sensibilisieren und zu verbinden.
Das geht bei Wanzl weit über einen Ideen-Briefkasten oder klassische KVP-Programme hinaus. „Ich werde hier von manchen Kollegen auch schon mal die Kulturpäpstin genannt“, sagt Armbrüster und lacht. „Aber natürlich geht es auch im Kern oft genau darum. Wir müssen mit unserer Firmenkultur Situationen und Räume kreieren, in denen innovatives Arbeiten abteilungsübergreifend möglich ist. Mit allen Denk-, Sprach- oder Mentalitätsbarrieren, die dabei auftreten können.“
Zur Vorgehensweise sagt Armbrüster weiter: „Wenn es darum geht, Produkte oder Dienstleistungen zu verbessern oder neu zu entwickeln, hilft dabei eine strukturierte Vorgehensweise. Auch wenn das im ersten Ansatz nicht besonders kreativ klingt, entstehen die besten Ideen durch Techniken und Formate wie beispielsweise unseren Konzeptsprint, in dem sich Teams strukturiert und zielorientiert austauschen und diskutieren können. Das zu ermöglichen, zu kanalisieren und gemeinsam auszuwerten, ist eine meiner wichtigsten Aufgaben.“
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Beim Rundgang durch das mehrstöckige Ausstellungszentrum von Wanzl zeigt Jürgen Frank eindrucksvoll, wie detailliert in den einzelnen Bereichen an Innovationen für Produkte und Services gearbeitet wird. „Es sind meist die vermeintlich kleinen Dinge, die unsere Produkte so wertvoll machen“, sagt Frank. Sei es die hohe Individualität, die Wanzl im Bereich Airport, Hotel Service und Transportsysteme anbietet, die Vielzahl technischer Lösungen für Zutritts- und Besuchermanagement, innovative Lösungen für personalneutrale 24/7 Shops oder das Design individuell gestalteter LEH-Geschäfte (Lebensmitteleinzelhandel).
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Individuelles Zugangsmanagement von Wanzl; Foto: Wanzl
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Kühltheken und Frischeabteilung von Wanzl; Foto: Wanzl
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Wanzl Creative Center; Foto: Wanzl
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Wanzl Ladenbau für den LEH; Foto: Wanzl
Jürgen Frank sagt über die Idee des Innovation Hub: „Oft kommen die Impulse aus dem Markt. Kunden oder Endverbraucher stolpern über Prozesse, kaufen bestimmte Produktgruppen zu selten oder meiden gewisse Bereiche in den Geschäften. Warum sie das tun, welche Motive bisherige und neue Zielgruppen haben und wie man eine relevante Differenzierung zum Wettbewerb schaffen kann, ist für viele Händler oft ein schwierig zu greifendes Bauchgefühl. Mit dem Innovation HUB von Wanzl wird genau dieses Gefühl evaluiert und gemeinsam mit dem Kunden an Lösungen gearbeitet.“ Claudia Armbrüster spricht bei den Zielgruppen dabei von B2B2C (Business to Business to Consumer). Denn die Probleme der Endverbraucher sind meist die Treiber der Innovation, die Wanzl mit und für seine Business Partner entwickelt.
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Self Checkout Konzpete von Wanzl; Foto: Wanzl
Die nächsten Schritte liegen für die Innovationsbeauftragte dabei vor allem in neuen Technologien und der Internationalisierung der Prozesse. „Es kommen immer stärker Technologien wie Computer Vision und Quantencomputing auf den Markt, die unseren Alltag nachhaltig verändern werden. Wir alle haben das Bedürfnis, dass diese neuen Technologien so einfach zu bedienen sein müssen wie Google und so schön aussehen sollen wie Apple. Genau dieser Herausforderung müssen wir uns mit Wanzl stellen.“
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Integrierte Ladekontakte für die Stromversorgung; Foto: Wanzl
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Self-Checkout direkt am Einkaufswagen; Foto: Wanzl
Dafür reiche ein Blick über den „Tellerrand“ Deutschland nicht aus. Armbrüster weiter: „Deutschland ist nicht Detroit oder Shenzhen, und Leipheim ist auch nicht Berlin. Die Bedürfnisse unserer Kunden sind internationaler geworden und durch kulturelle Prägung und Sozialisierung unterschiedlicher als je zuvor. Aber genau deswegen können wir so viel daraus lernen und wirklich innovative Prozesse anstoßen, die das Leben der Händler und Endverbraucher einfacher und vor allem auch schöner machen können.“
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Mobiler Arbeitsplatz mit autarker Stromversorgung; Foto: Wanzl
Zutritts- und Besuchermanagement von Wanzl; Foto: Wanzl
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