Wie war es?

Recap Euroshop 2023

Veröffentlicht von Storefitting.com am 06.03.2023 02:04

Wie war Sie denn nun die EuroShop 2023?

Leicht wurde es ihr nicht gemacht – der EuroShop. Namhafte Firmen die seit Jahrzehnten treue Aussteller waren, haben sich schon im Vorfeld von der Messe distanziert.

Von Roadshows und digitalen Alternativen wurde da gesprochen. Zu vage sei das zu erwartende Stimmungsbild und es gebe Zweifel im Hinblick auf die Internationalität der potenziellen Besucher.

Und dann auch noch höhere Gewalt in Form von Streiks im Fern-, Nah- und sogar Flugverkehr, die gerade in den ersten zwei Tagen für zusätzliche Unruhe sorgten. Und sicher auch den ein oder anderen nationalen, wie internationalen Besucher von der Messe fernhielten.



Die Messe Düsseldorf zählte insgesamt mehr als 81.000 Fachbesucher:innen aus allen Kontinenten. Die 1.830 Aussteller aus 55 Nationen berichteten von einer hervorragenden Stimmung. Was zu Teilen sicher auch der allgemeinen Abstinenz von Veranstaltungen in den letzten drei Jahren geschuldet war.

Welche Innovationen hielt die Leitmesse der Branche bereit?

Wer im Bereich der Materialien oder Systeme bahnbrechende Neuheiten erwartet hatte, wurde sicherlich ein wenig enttäuscht. Auch gab es nicht „den einen Trend“ der in der nahen Zukunft die Handelslandschaft prägen wird und für eine radikale Neugestaltung am Point of Sale sorgen könnte. Aber ehrlicherweise wurde genau das auch schon von früheren EuroShop- Jahren berichtet.

Bleibt also alles beim Alten? Sind die einzigen Innovation wieder nur die abstrakten Buzzwords „Nachhaltigkeit“ und „Digitalisierung“, und ist die Messe nur ein gegenseitiges Schulterklopfen und ein ewiges weiter so mit den Bestandskunden und dem ein oder anderen Neukundenkontakt?


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Definitiv nicht. Es lohnt sich, genauer hinzusehen. Denn die Themen, mit denen sich die Aussteller aktuell befassen, können sehr wohl Probleme lösen, die den Händlern regelrecht unter den Nägeln brennen.

Personalneutrales Verkaufen

Aus dem vielerseits beschworenen Fachkräftemangel ist längst ein flächendeckender Kräftemangel geworden. Wie also soll der Einzelhandel zukünftig die Verfügbarkeit sicherstellen? Wie die hohen Erwartungen der Verbraucher nach immer längeren Öffnungszeiten und kompetenter Beratung stillen?

Die Wanzl GmbH & Co. KGaA, Spezialist für Ladenbau und - ausstattung mit Sitz in Leipheim, zeigt hierfür gleich mehrere Ansätze, die das Problem auf unterschiedlichen Ebenen angehen. So beispielsweise komplett personalneutrale Verkaufsräume für Hotel-Lobbys oder Apartment-Anlagen. Hier wird nicht nur mit dem bekannten Videotracking, sondern zusätzlich mit wiegenden Regalen gearbeitet, die durch permanente Gewichtskontrolle überprüfen, welche Waren aus den Regalen entnommen wurden.


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Messestand der Firma Wanzl GmbH

Auch hybride Lösungen, die besonders in den weniger attraktiven Arbeitszeiten beispielsweise nach 20:00 Uhr das Personal deutlich reduzieren können. „Wir wollen den Handel bei der Suche nach neuen Mitarbeitern unterstützen und ihm helfen, durch innovative Technik auch in Zukunft ein attraktiver Arbeitgeber zu sein.“ Sagt Jürgen Frank, Leiter Marketing und Produktmanagement bei Wanzl.


hybride Lösungen bei Wanzl

Eine Neuheit von Wanzl ist auch der mit der Firma Wiesheu entwickelte Backroboter Bakisto. Anders als bisher, können hier die Mitarbeiter mit dem sogenannten Cobot zusammen in einer Backstube arbeiten und das, ohne dabei über unpraktische Absperrungen in meist engen Räumen stolpern zu müssen.

Dem Fachkräftemangel mit cleveren VM-Konzepten entgegenwirken

Interstore Schweitzer aus Naturns nähert sich der Herausforderung des Fachkräftemangels noch von einer anderen Seite. Der für den LEH so wichtige Frischtheken-Bereich für Wurst und Käse verzeichnet durch fehlende Kompetenz in der Beratung bereits jetzt schmerzhafte Umsatzrückgänge. Auch der Trend zu vegetarischen und veganen Produkten spielt je nach Region und Standort eine immer wichtigere Rolle. Für Schweitzer liegt ein Teil der Lösung in einem innovativen und sehr flexiblen Visual Merchandising Konzept.


Interstore Schweitzer Messestand

Hierfür wurden unterschiedliche Kundengruppen gemeinsam mit dem Rheingold Institut in Köln entwickelt. Sabine Loch, Diplom-Psychologin vom Rheingold Institut spricht von einer immer größer werdenden „Fleisch-Scham“ der Verbraucher. Die Motive hierfür sind vielschichtig und werden in unterschiedlichen Typologien der Zielgruppen detailliert analysiert. Mit dem passenden VM-Konzept kann gezielt auf einzelne Motive wie Nachhaltigkeit, Tierwohl, Regionalität oder Qualität eingegangen und mit den jeweils passenden Argumenten entkräftet werden.


Interstore Schweitzer Euroshop 2023

Nachhaltigkeit und Digitalisierung am POS

Eine vollkommen batterielose ESL (elektronische Preisauszeichnung) Variante wurde von der Instore Solutions GmbH, Hünenberg See (Schweiz) vorgestellt. Die ESL für den Einsatz in Regallösungen und Blisterhakenwände nutzt ein kleines Solarpanel direkt an der Schiene, das ausschließlich durch die Shop-Beleuchtung versorgt wird. Das bedeutet neben Kostenersparnis auch einen erheblichen Effekt bei der Vermeidung von umweltschädlichen Batterien.


Batterielose ESL

Auch im Bereich der interaktiven Digital Signage zeigt das Schweizer Unternehmen inspirierende Ideen beispielsweise zur Präsentation von Elektrogeräten. Hier kann der Kunde beim Test eines Handföhns, die Haare auf einem benachbarten Screens Föhnen. Die viel besprochene Gamification wird hier clever und praktikabel umgesetzt.


Digital Signage Themen von der Euroshop

Bei SCANBLUE aus Auetal erlebt der Kunde durch VR (Virtual Reality) und AR (Augmented Reality) beindruckende digitale Welten, die den Kunden in eine neue Dimension des Showroomings versetzen.


Foto: Messe Düsseldorf/ctillmann

Mit verblüffender Qualität wird ein digitales Produkt über ein Tablet erzeugt, das in der Detailtiefe dem physischen Original in jedem Punkt standhalten kann. Besonders interessant ist diese Technik für variantenreiche Produkte, die so auch auf kleinerem Raum eindrucksvoll präsentiert werden sollen.


Foto: Messe Düsseldorf/ctillmann

Noch intensiver ist das Eintauchen in den VR-Bereich. Hier werden ganze Stores mit mehreren digitalen Räumen erschaffen, in denen man sich die Produkte nicht nur ansehen, sondern auch virtuell greifen und von allen Seiten betrachten kann.


Foto: Messe Düsseldorf/ctillmann

Der österreichische Ladenbauspezialist umdasch beeindruckte seine Besucher neben innovativen Materialien aus nachhaltigen und recycelten Rohstoffen auch mit digitalen Kommunikationslösungen für den Point-of- Sale.


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Mit der ersten Präsenz im Metaverse zeigt umdasch den nächsten Schritt für den digitalen Retail und erschafft begehbare Showrooms und Avatare die durch eine ausgewogene Portion Information und Gamification zum Erkunden und Erleben dieser neuen digitalen Welten animieren.

Was macht der Messebau?


LED Beleuchtung 

Mit viel Licht und Farben zeigen die Messebauer mit runden und eckigen LED-Panelen spannende Lösungen, um digitale Inhalte zu transportieren. Auch das omnipräsente Thema Leichtbau und das Wiederverwenden von Materialien spielt für die Branche eine große Rolle.


Stände aus natürlichen Materialien

Auch natürliche Materialen wie Holz, Pappe und Pflanzenwände werden nach wie vor in einer Vielzahl unterschiedlicher Varianten gezeigt.

Am Ende beleibt

Die EuroShop hat ihren Ruf als weltweit größte Fachmesse für den Investitionsbedarf des Handels einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nach drei schwierigen Jahren für geschäftliche Großveranstaltungen, hat es sich ausgezahlt an dem etablierten Termin im Februar/März festzuhalten. Das bestätigen auch die Zahlen der Fachbesucher und Aussteller aus allen Kontinenten.

Wir für unseren Teil freuen uns, auch in drei Jahren wieder von dieser einzigartigen Leitmesse für die Branche berichten zu können und hoffen auf jede Menge Innovationen und Erfolgsstorys für Retail, Showrooming, Messebau, Industrie und auf großartige Inszenierungen.

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