Jeder kennt das Problem aus dem privaten Bereich: Man zieht in eine neue Wohnung bzw. neues Haus und muss als Erstes die wohnliche Atmosphäre mit Möbeln und Deko schaffen, bevor man sich richtig wohlfühlen kann. Passen die Gardinen zur Boden- und Wandfarbe, welche Beleuchtungsakzente sollen gesetzt werden und sollten die Badfliesen auch gleich erneuert werden?
Viele gestalterische Einrichtungsfragen aus dem privaten Bereich spiegeln auch die Komplexität der richtigen Ausgestaltung von Geschäften bzw. von Verkaufsflächen wider. Verbunden mit zusätzlichen Herausforderungen aus dem Ladenbau und Visual Merchandising ist die hohe Kunst die Schaffung von Einkaufserlebnissen. Hier kommt das Einzelhandels-Merchandising ins Spiel. Das Ziel ist es, die zu verkaufenden Produkte im besten Licht zu präsentieren.

Retail Merchandising im Einzelhandel
Egal ob Sie gerade die Ladeneröffnung planen oder Ihren Laden umgestalten und umbauen wollen - wichtige Merchandising-Tipps sind in jedem Status anwendbar und bringen den Erfolg Ihres Einzelhandels mit sich.
Was ist eigentlich Retail Merchandising?
Der Begriff Retail bzw. Einzelhandels Merchandising bezeichnet die Art und Weise, wie Sie Ihre Produkte präsentieren und vermarkten. Auch ist damit das Erscheinungsbild des gesamten Geschäftes bezeichnet.
Wenn Sie sich bei der ShopDesign-Planung Gedanken über das Retail Merchandising gemacht haben, dann sieht ihr Geschäft einladend aus für Ihre Zielgruppe. Das spiegelt sich darin wider, dass Ihre Kunden sich in Ihrem Laden leicht zurechtfinden und unbewusst von Ihrem Storeconcept navigiert werden, um attraktive Produkte und verkaufsstarke Zonen zu erreichen.
Ist das Retail Merchandising gut gemacht, wird das Einkaufserlebnis für den Kunden unvergesslich und führt zu wiederkehrenden Kunden. Auch sind diese Stammkunden gute Markenbotschafter für den eigenen Laden, welche dann mittels Mundpropaganda neue Kunden akquirieren können.
Mit diesen 13 Tipps vermarkten Sie Ihr Einzelhandelsgeschäft und erfüllen damit alle Kriterien des Retail Merchandisings:
- Stellen Sie Ihre Verkaufsaktivität in den Hintergrund und dafür neue Produkte in den Vordergrund: Stellen Sie bei der Ladengestaltung und Produktanordnung Ihres Ladens neue Produkte und Artikel nach vorne in den Sichtbereich.
- Denken Sie in Hierarchien: Um Ihr Geschäft optisch ansprechend zu gestalten, denken Sie darüber nach, wie Sie Ihre Produkte auf mehreren Ebenen präsentieren können. Verwenden Sie bei der Produktpräsentation Einrichtungsmöbel mit unterschiedlichen Höhen. Hierfür eignen sich Regale, Tische und kleine Podeste für den Boden. Das Mischen von unterschiedlich hoher Ladeneinrichtung ist ein wichtiger Punkt bei der optimalen Verkaufsförderung. Wichtig ist noch anzumerken, dass sich alles minimalistisch in einem überschaubarem Rahmen abzuspielen hat und die Produkte leicht vom Kunden erfasst werden sollten.
- Strategische Platzierung von Produkten: Wenn Sie die Optimierung Ihrer Retail-Merchandising-Aktivitäten in Betracht ziehen, gibt es mehrere Möglichkeiten, einigen Artikeln Vorrang vor anderen zu geben. Dies könnte bedeuten, die wichtigeren Artikel näher im vorderen Bereich des Ladens, auf Augenhöhe oder auf Tischen statt unauffällig in hinteren Bereichen in Regalen zu platzieren.
Und obwohl es leicht wäre anzunehmen, dass Ihre meistverkauften Produkte diese Prioritätsbehandlung erhalten sollten, ist dies nicht immer der Fall. Wenn Sie wissen, dass Ihre Stammkundschaft hauptsächlich in Ihr Geschäft kommen, um spezielle Produkte zu kaufen, platzieren Sie diese am besten im hinteren Bereich Ihres Ladens. Damit zwingen Sie Ihre Kund, ihren Laden komplett zu durchlaufen und somit ihr gesamtes Sortiment anzusehen.
- Gruppieren Sie Ihre Produkte: Das Gruppieren von Produkten sorgt dafür, dass Ihr Geschäft aufgeräumter und übersichtlicher aussieht. Das erleichtert dem Kunden die Navigation. Je nachdem in welcher Branche Sie tätig sind, stellt sich das Gruppieren von Produkten im Einzelhandel mal leicht mal schwer dar. Ein Elektrofachgeschäft könnte Waren nach Einsatzgebieten gliedern. Artikel für das Einsatzgebiet der Küche wäre somit an einem Ort, genauso wie die für Wohnzimmer oder Büro. Die Gruppierung nach Raum ist in dieser Branche daher sinnvoll. Ein Schreibwarengeschäft könnte nach Produkttypen gruppieren. Beispiel: Notizbücher, Terminkalender, Stifte, Zeitschriften, usw. Nehmen Sie sich also bei der Planung und Produktgruppierung Zeit und setzen sich mit dem Thema gut auseinander.
- Erstellten Sie Cross-Selling Strategien im Einzelhandel: Die Bildung von Komplementärprodukten ist eine Verkaufsstrategie auch Zusatzumsatz zu generieren. Wenn Sie also Kerzen verkaufen, wäre es auch sinnvoll Streichhölzer und Kerzenständer im direkten Blickfeld zu präsentieren. Mit dieser optimierten Platzierung können Cross-Selling Artikel im Einzelhandel leicht abverkauft werden.
- Sprechen Sie alle Sinne des Kunden an: Im Retail-Merchandising ist oft die Rede der visuellen Eindrücke. Aber es gibt noch zwei weitere Sinne, die sie in Kombination verkaufsfördernd einsetzen sollten. Duftmarketing: Wer seine Zielgruppe kennt und mit der Verkaufspsychologie seiner Produkte vertraut ist, kann Düfte für den idealen Verkauf im Laden verwenden. Musik: Wohlfühlmusik in einer Buchhandlung ist genauso wichtig, wie moderne Popmusik in einem Friseursalon. Musik dient dazu, dass sich Kunden wohlfühlen und im idealen Fall länger im Ladengeschäft verweilen und mehr konsumieren.
- Peppen Sie Ihr Schaufenster auf: Die Schaufenstergestaltung ist das wichtigste Element des Retail-Merchandisings. Das Schaufenster ist das, was einen zufälligen Passanten in einen Kunden verwandeln kann. Damit dies gelingt, ist die Gestaltung des Schaufensters unabdingbar.
- Bringen Sie einen Wechsel in der Schaufenstergestaltung: Die Themen sollten sich in regelmäßigen Abständen ändern, um keine Monotonie aufkommen zu lassen. Farbwahl und Dekorationselemente sind wichtig, um die ausgestellten Produkte verkaufsoptimiert auszustellen. Neue Produkte sollten die zentrale Rolle bei der Schaufenstergestaltung einnehmen und stets in vorderster Front präsentiert werden.
- Impulskäufe an der Kasse erzwingen: Bedenken Sie die Wartezeit der Kunden im Kassenbereich. Platzieren Sie geschickt Waren, die als Mitnahmeartikel einzustufen sind und generieren Sie so zusätzlichen Umsatz.
- Lassen Sie genügend Platz: Die Zugänglichkeit und das bequeme Einkaufen sollten hier berücksichtigt werden. Lassen Sie genügend Platz in der Laufzone Ihres Ladens für Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen und für alle Kunden untereinander. Die Barrierefreiheit bei der Ladengestaltung ist dabei genauso wichtig, wie die Einhaltung der privatsphäre eines jeden Kunden in seiner privaten und sozialen Zone.
- Storytelling: Erzählen Sie im Schaufenster eine Geschichte. Das Visual Merchandising soll dabei nicht auffallen, sondern hochwirksam, einfach und subtil gestaltet werden. Somit kann eine größere Zielgruppe angesprochen und zu Kunden konvertiert werden.
- Beschildern Sie die Abteilungen im Geschäft: Wo befindet sich die Umkleidekabine? Wo finde ich die Damenabteilung? Haben Sie auch Grußkarten? Das sind häufige Fragen aus dem Alltag von Einzelhändlern. Schaffen Sie Klarheit und sorgen Sie dafür, dass alle Bereiche Ihres Geschäftes gut ausgeschildert sind.
- Beleuchten Sie alles gut aus: Auf das zu verkaufende Sortiment sollte es ein abgestimmtes Lichtkonzept geben. Jede Produktgruppe hat dabei Ihre ideale Beleuchtung. Das Fleisch beim Metzger wird rötlicher beleuchtet, wohingegen modern Männermode mit dunkleren Farbtönen ausgeleuchtet wird. Es empfiehlt sich hierbei einen professionellen Lichtplaner ins Boot zu holen. Denn das richtige Licht führt auch zu mehr Verkäufen.
Tipps für das Retail Merchandising im Fazit:
Nachdem Sie unsere Tipps gelesen haben, hoffen wir, dass Sie sich bei der Einrichtung Ihres Geschäftes viel sicherer fühlen. Das wichtigste im Retail Merchandising ist mit der Zeit zu gehen und immer den aktuellen Stand zu hinterfragen. Holen Sie sich dabei Profis aus dem Bereich des Ladenbaus zur Seite, die Ihnen ggf. Defizite Ihrer Strahlkraft offenlegen.
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